Selbstverständlich habe ich Deinen Text mit Interesse gelesen (wie immer). Dabei erinnere ich mich an unsere Gespräche zu diesem Thema, z.B. über meinen Pessimismus bezüglich der Chancen, die Klimakatastrophe zu stoppen.
Hier aber nur kurz zu einem Punkt: die furzenden Kühe. Methan ist ein hochwirksames den Klimawandel förderndes Gas, ohne Zweifel. Methan baut sich aber viel rascher ab als CO2. Nämlich in 15 Jahren. Das heisst aber auch, dass vom Kuhfurz von vor 15 Jahren nun nichts mehr in der Athmosphäre ist. Daraus folgt logischerweise, dass das Methan in mittlerer Frist nicht das Hauptproblem ist, sondern das CO2 und die durch den Flugverkehr produzierten Aerosole, deren Effekt gewaltig ist, aber (siehe Patricks Flugwunsch) viel zu wenig beachtet wird.
Nimmt die weltweite Rinderherde nicht zu, steigt der Methangehalt in der Athmosphäre nicht; nimmt die Zahl der Rinder ab, umso besser. Das kann z.B. auch dadurch erfolgen, dass man die Milchkühe länger leben lässt. Heute werden sie geschlachtet, wenn ihre Milchleistung zu sinken beginnt, weil sich dann der Kraftfuttereinsatz weniger lohnt. Insbesondere sollte durchgesetzt werden, dass ein Rinderbetrieb nur auf der eigenen Futterbasis wirtschaften darf; im Schnitt also kein Futter dazu kaufen darf, insbesondere kein Kraftfutter. Selbstverständlich werden Fleisch und Milchprodukte dadurch teurer. Das ist aber auch vernünftig.
Punkto Methan darfst Du also ein wenig entspannter sein. Ich freue mich darauf, dies mit Dir bei einem veganen Essen (oder gar bei einem leckeren Stück Biofleisch) weiter zu diskutieren.
Ja, Methan hat eine vergleichsweise kurze Verweilzeit in der Atmosphäre, aber eine hohe Wirkung. CO2 ist das häufigste Treibhausgas, bleibt lange stabil, hat aber eine eher schwache Wirkung. Es wird als Referenzwert gebraucht, um das relative Treibhausgaspotenzial (Global Warming Potential GWP) zu definieren. Methan (CH4) hat so berechnet ein GWP, das über einen Zeitraum von 100 Jahren 34mal stärker ist als CO2, über einen Zeitraum von 20 Jahren sogar 86mal stärker. Es gibt heute Kritik am GWP, alternativ wird das Erwärmungspotential (GTP) benutzt. Hier sind die entsprechenden Werte tiefer, aber immer noch beachtlich: 11mal stärker über hundert Jahre integriert, 70mal stärker über 20 Jahre. Und leider sind die kommenden Jahrzehnte wegen den drohenden Kipppunkten entscheidend für unsere Klimazukunft. Also Entspannung beim Methan würde ich nicht empfehlen.
Mit den Kühen ist es in vieler Hinsicht komplex. Hier nur ein Faktor: Je höher die Milchleistung, desto kleiner der Methan-Ausstoss pro Liter Milch. Kraftfutter wäre in dieser Hinsicht hilfreich, hat aber, wie wir alle wissen, negative Nebenwirkungen. Weniger Wiederkäuer ist die Lösung, wie du richtig sagst.
hallihallo! ich steige vielleicht später noch in den dialog aber empfehle jetzt schon „wenn die hoffnung stirbt geht’s trotzdem weiter“ von jean peters! liebe grüße holala
Der Artikel hat mich sehr nachdenklich gemacht. Nachdenklich darüber, wie ich nach all den Jahren der Frustration über den Unwillen der Menschen, schlau zu handeln nun stehe.
Es ist vielleicht das zunehmende Alter, aber ich habe keine Hoffnung mehr, dass es besser geht.
Am liebsten wäre ich manchmal gerne so ein kleiner Diktator, der Allen Verhaltensregeln für ein besseres, vor allem aber bewusstes Handeln diktiert.
Dann wiederum resigniere ich und sage nichts mehr, wenn ich absurdes Verhalten sehe.
Klima ist eine komplexe Angelegenheit und ich weiss zu wenig.
In jedem Fall stimme ich Dir zu, dass es deprimierend ist wie sich die Dinge entwickeln.
Was ich auch gut finde ist, dass Du nach wie vor kämpfst. Es würde Dich andernfalls nicht berühren.
Ich wünsche Dir und Peter noch ein schönes Wochenende,
Dein Text hat mich sehr berührt. Er widerspiegelt viele Gespräche, die wir im vergangenen Jahr hatten und geht doch darüber hinaus. Und er zeigt trotz Hoffnungslosigkeit: Du gibst nicht auf. Das freut mich und gibt mir den Mut, weiter zu kämpfen, auch mit neuen Zielen.
Deine Mama Gabi-
PS: Ich muss gleich noch meinen Senf zu Thomas' Kommentar zu den furzenden Kühen geben.
Danke für diesen Text! Du bist nicht allein. Noch sind wir wenige, doch werden wir mehr. Texte wie diese helfen uns, einander zu finden. Auch im Abgrund ist es zusammen schöner als allein. Danke!
Wenn ich mir die Ergänzung erlauben darf: es geht nicht nur ums Klima. Selbst wenn die Menschen Brutto 0 Co2 schnell genug erreichen könnten, würden sie ceteris paribus unsere Lebensgrundlagen zerstören. Von Rockström kennen wir noch 8 andere Säulen, die alle am einstürzen sind. Die X-Risk Forschung ist noch vielfältiger.
Was einzig hülfe, ist ein radikaler Wandel des Bewusstseins, der Kultur und Lebensweise.
Wenn du mal in Zürich bist, freue ich mich auf einen Austausch im Büro für Lebensfragen (frage@lebensfragen.org)
Liebe Clara
Selbstverständlich habe ich Deinen Text mit Interesse gelesen (wie immer). Dabei erinnere ich mich an unsere Gespräche zu diesem Thema, z.B. über meinen Pessimismus bezüglich der Chancen, die Klimakatastrophe zu stoppen.
Hier aber nur kurz zu einem Punkt: die furzenden Kühe. Methan ist ein hochwirksames den Klimawandel förderndes Gas, ohne Zweifel. Methan baut sich aber viel rascher ab als CO2. Nämlich in 15 Jahren. Das heisst aber auch, dass vom Kuhfurz von vor 15 Jahren nun nichts mehr in der Athmosphäre ist. Daraus folgt logischerweise, dass das Methan in mittlerer Frist nicht das Hauptproblem ist, sondern das CO2 und die durch den Flugverkehr produzierten Aerosole, deren Effekt gewaltig ist, aber (siehe Patricks Flugwunsch) viel zu wenig beachtet wird.
Nimmt die weltweite Rinderherde nicht zu, steigt der Methangehalt in der Athmosphäre nicht; nimmt die Zahl der Rinder ab, umso besser. Das kann z.B. auch dadurch erfolgen, dass man die Milchkühe länger leben lässt. Heute werden sie geschlachtet, wenn ihre Milchleistung zu sinken beginnt, weil sich dann der Kraftfuttereinsatz weniger lohnt. Insbesondere sollte durchgesetzt werden, dass ein Rinderbetrieb nur auf der eigenen Futterbasis wirtschaften darf; im Schnitt also kein Futter dazu kaufen darf, insbesondere kein Kraftfutter. Selbstverständlich werden Fleisch und Milchprodukte dadurch teurer. Das ist aber auch vernünftig.
Punkto Methan darfst Du also ein wenig entspannter sein. Ich freue mich darauf, dies mit Dir bei einem veganen Essen (oder gar bei einem leckeren Stück Biofleisch) weiter zu diskutieren.
Lieber Thomas –
Ja, Methan hat eine vergleichsweise kurze Verweilzeit in der Atmosphäre, aber eine hohe Wirkung. CO2 ist das häufigste Treibhausgas, bleibt lange stabil, hat aber eine eher schwache Wirkung. Es wird als Referenzwert gebraucht, um das relative Treibhausgaspotenzial (Global Warming Potential GWP) zu definieren. Methan (CH4) hat so berechnet ein GWP, das über einen Zeitraum von 100 Jahren 34mal stärker ist als CO2, über einen Zeitraum von 20 Jahren sogar 86mal stärker. Es gibt heute Kritik am GWP, alternativ wird das Erwärmungspotential (GTP) benutzt. Hier sind die entsprechenden Werte tiefer, aber immer noch beachtlich: 11mal stärker über hundert Jahre integriert, 70mal stärker über 20 Jahre. Und leider sind die kommenden Jahrzehnte wegen den drohenden Kipppunkten entscheidend für unsere Klimazukunft. Also Entspannung beim Methan würde ich nicht empfehlen.
Mit den Kühen ist es in vieler Hinsicht komplex. Hier nur ein Faktor: Je höher die Milchleistung, desto kleiner der Methan-Ausstoss pro Liter Milch. Kraftfutter wäre in dieser Hinsicht hilfreich, hat aber, wie wir alle wissen, negative Nebenwirkungen. Weniger Wiederkäuer ist die Lösung, wie du richtig sagst.
hallihallo! ich steige vielleicht später noch in den dialog aber empfehle jetzt schon „wenn die hoffnung stirbt geht’s trotzdem weiter“ von jean peters! liebe grüße holala
Liebe Clara,
Der Artikel hat mich sehr nachdenklich gemacht. Nachdenklich darüber, wie ich nach all den Jahren der Frustration über den Unwillen der Menschen, schlau zu handeln nun stehe.
Es ist vielleicht das zunehmende Alter, aber ich habe keine Hoffnung mehr, dass es besser geht.
Am liebsten wäre ich manchmal gerne so ein kleiner Diktator, der Allen Verhaltensregeln für ein besseres, vor allem aber bewusstes Handeln diktiert.
Dann wiederum resigniere ich und sage nichts mehr, wenn ich absurdes Verhalten sehe.
Klima ist eine komplexe Angelegenheit und ich weiss zu wenig.
In jedem Fall stimme ich Dir zu, dass es deprimierend ist wie sich die Dinge entwickeln.
Was ich auch gut finde ist, dass Du nach wie vor kämpfst. Es würde Dich andernfalls nicht berühren.
Ich wünsche Dir und Peter noch ein schönes Wochenende,
Karin
Hallo Clara -
Dein Text hat mich sehr berührt. Er widerspiegelt viele Gespräche, die wir im vergangenen Jahr hatten und geht doch darüber hinaus. Und er zeigt trotz Hoffnungslosigkeit: Du gibst nicht auf. Das freut mich und gibt mir den Mut, weiter zu kämpfen, auch mit neuen Zielen.
Deine Mama Gabi-
PS: Ich muss gleich noch meinen Senf zu Thomas' Kommentar zu den furzenden Kühen geben.
Danke für diesen Text! Du bist nicht allein. Noch sind wir wenige, doch werden wir mehr. Texte wie diese helfen uns, einander zu finden. Auch im Abgrund ist es zusammen schöner als allein. Danke!
Wenn ich mir die Ergänzung erlauben darf: es geht nicht nur ums Klima. Selbst wenn die Menschen Brutto 0 Co2 schnell genug erreichen könnten, würden sie ceteris paribus unsere Lebensgrundlagen zerstören. Von Rockström kennen wir noch 8 andere Säulen, die alle am einstürzen sind. Die X-Risk Forschung ist noch vielfältiger.
Was einzig hülfe, ist ein radikaler Wandel des Bewusstseins, der Kultur und Lebensweise.
Wenn du mal in Zürich bist, freue ich mich auf einen Austausch im Büro für Lebensfragen (frage@lebensfragen.org)
Herzlich,
Lino